Geschichte der Katholischen öffentlichen Büchereien

Geschichte des Borromäusvereins und der Katholischen Öffentlichen Büchereien

1845 Gründung des "Vereins vom Heiligen Karl Borromäus zur Förderung des katholischen Lebens und zur Begünstigung guter Schriften und Bücher" als Reaktion auf die gesellschaftspolitische Situation. Die Hauptaufgaben: Empfehlung und Verkauf geeigneter Medien.
Neben dem Zentralverein in Bonn werden zahlreiche Ortsvereine ins Leben gerufen.
1859 Der Verein bezieht ein eigenes Gebäude am Bonner Münsterplatz. Inzwischen bestehen 898 Ortsvereine.
1870 Die Zahl der Ortsvereine ist auf 1.471 angewachsen. Durch Bismarcks Kulturkampf, der sich auch gegen die Katholische Kirche und ihre Einrichtungen wendet, verzeichnet der Verein Einschränkungen für seine Tätigkeit.
1895 Zum 50jährigen Jubiläum hat der Verein wieder Tritt gefasst: Inzwischen arbeiten 1.712 örtliche Borromäusvereine. Die Festschrift erscheint unter dem Titel "Die Gründung und Tätigkeit des Vereins vom heil. Karl Borromäus".  
1900 Die örtlichen Borromäusbüchereien öffnen sich auch für Nichtmitglieder der Ortsvereine.  
1903 Die Zeitschrift "Borromäusblätter" (ab 1906 "Bücherwelt") wird zu einem Organ mit literaturkritischem Schwerpunkt, das vor allem Buchrezensionen enthält.  
1911 Der Verein bietet in Bonn jährliche Schulungskurse für Büchereileiter und -mitarbeiter an. Die dafür notwendigen Räumlichkeiten bietet ab 8. Mai 1913 das neu errichtete Borromäushaus am Wittelsbacherring 9.  
1921 Die Bibliothekarsschule, seit 1984 Fachhochschule für das öffentliche Bibliothekswesen, wird gegründet und bezieht Räume im Wittelsbacherring 7.  
1933 Gründung einer eigenen Blindenbücherei in Bonn (seit 1978 in der Trägerschaft des Katholischen Deutschen Blindenwerkes), einer zentralen Beratungsstelle für Büchereien und der Zentralbibliothek mit Fernleihe.  
1934 Schikanen durch die Nationalsozialisten setzen der Arbeit mehr und mehr Grenzen: Schließung der Bibliothekarsschule, die örtlichen Volksbüchereien müssen zu nicht öffentlichen Pfarrbüchereien umgewidmet werden, Begrenzung auf religiöses Schrifttum, Beschlagnahmung von Büchern nicht religiösen Inhalts.  
1945 Zum 100jährigen Bestehen erscheint die Festschrift "Das Buch im Geisteskampf".  
1950 Nach intensiver Aufbauarbeit bestehen 4.017 Ortsvereine mit 3.606 Büchereien. Diese bieten 3,4 Millionen Bücher an.  
1960 Auf diözesaner Ebene werden eigenständige Büchereifachstellen gegründet und ausgebaut.  
1964 Kommunale und kirchliche Büchereiverbände schreiben gemeinsam den Öffentlichkeitscharakter der Büchereien in kirchlicher Trägerschaft fest. Seither setzt sich die programmatische Bezeichnung "Katholische öffentliche Bücherei" (KÖB) durch.  
1974 Die Besprechungszeitschrift "das neue Buch" erscheint unter dem Titel "das neue Buch/Buchprofile" in Zusammenarbeit mit dem St. Michaelsbund e.V.  
1975 Start der ersten Ausbildungsphase zum/r Kirchlichen Büchereiassistenten/in.  
1980 Etablierung der Ausbildung BASIS 12 für Büchereimitarbeiter/innen.  
1995 Zum 150jährigen Bestehen erscheint die Festschrift "Bausteine für eine lesende Kirche".  
1997 Start des Projektes literarische Kompetenz (proliko®) als Weiterbildungsangebot für Büchereimitarbeiter und literarisch Interessierte.  
1999 Erste Ausgabe der Zeitschrift "Medienprofile" mit Rezensionen primär zu Nicht-Buch-Medien.  
2003 Mit "Borromäus Kinderwelt" öffnet sich der Verein mit seiner Empfehlungskompetenz im Medienbereich zunehmend besonderen Zielgruppen.
2005 Nach 160 Jahren eigener Auslieferung übergibt der Verein seine Logistikaufgaben und die büchereitechnische Bearbeitung der Medien an die Firma arvato logistic services in Gütersloh als Dienstleister. 
2006 Start der Leseförderungsaktion „Ich bin Bib(liotheks)fit“
2009 Der Borromäusverein gründet die borro medien gmbh

zuletzt aktualisiert: 18.08.2009